Automatischer Etikettendruck nach Bestellmenge in JTL-Wawi

In vielen E Commerce Unternehmen laufen im Lager täglich tausende wiederkehrende Prozesse ab. Bestellungen werden importiert, Artikel werden kommissioniert, Pakete werden verpackt und Sendungen werden verschickt.

Gerade in diesen operativen Abläufen entstehen häufig kleine manuelle Arbeitsschritte, die zunächst unbedeutend wirken. In der Summe können sie jedoch erhebliche Auswirkungen auf Effizienz, Fehlerquote und Prozessgeschwindigkeit haben.

Ein typisches Beispiel ist der Druck von Artikeletiketten im Lager. Was auf den ersten Blick wie ein kleiner technischer Schritt wirkt, kann im Tagesgeschäft zu einem wiederkehrenden Zeitverlust führen. Genau hier setzt eine gezielte Automatisierung an, die den Etikettendruck automatisch an die Bestellmenge anpasst.

Ein alltägliches Problem im Lagerbetrieb

Viele Händler kennen folgende Situation aus ihrem Versandalltag. Ein Kunde bestellt mehrere Stück desselben Artikels, beispielsweise drei oder vier Einheiten. Das System erstellt jedoch nur ein einzelnes Etikett.

Die fehlenden Etiketten müssen anschließend manuell nachgedruckt werden. Dieser scheinbar kleine Zwischenschritt verursacht im Arbeitsalltag mehrere Probleme.

Mitarbeiter müssen zunächst die tatsächliche Menge der Artikelposition prüfen. Anschließend müssen zusätzliche Druckvorgänge manuell ausgelöst werden. Dabei entstehen immer wieder Unterbrechungen im Arbeitsfluss der Kommissionierung.

Hinzu kommt ein erhöhtes Risiko für Fehler. Wenn Etiketten manuell nachgedruckt werden, kann es passieren, dass falsche Mengen erzeugt werden oder Kennzeichnungen fehlen.

Gerade in Unternehmen mit hohem Versandvolumen oder eigener Produktion wird aus dieser Kleinigkeit schnell ein echtes Effizienzproblem.

Automatischer Etikettendruck nach Bestellmenge

Gemeinsam mit der T4DT GmbH wurde eine Lösung entwickelt, die genau dieses Problem adressiert.

Die Grundidee ist bewusst einfach gehalten. Das System erkennt automatisch die bestellte Artikelmenge innerhalb eines Auftrags und erzeugt exakt die Anzahl an Etiketten, die für die jeweilige Position benötigt wird.

Der gesamte Prozess läuft automatisch im Hintergrund ab. Manuelle Nachdrucke sind nicht mehr notwendig. Mitarbeiter müssen keine Mengen prüfen oder zusätzliche Druckjobs auslösen.

Das Lager erhält damit direkt die richtige Anzahl an Etiketten für jede einzelne Artikelposition.

Beispiel aus der Praxis

Ein Auftrag enthält folgende Positionen:

  • 2 Stück Artikel A

  • 4 Stück Artikel B

  • 1 Stück Artikel C

Die Automatisierung erzeugt automatisch:

  • 2 Etiketten für Artikel A

  • 4 Etiketten für Artikel B

  • 1 Etikett für Artikel C

Das Lagerteam erhält damit unmittelbar die korrekte Anzahl an Etiketten für jede Position des Auftrags.

Der Ablauf im Lager wird dadurch deutlich einfacher. Mitarbeiter entnehmen die Artikel, bringen das passende Etikett an und schließen den Auftrag ab. Zusätzliche Kontrollen oder manuelle Eingriffe sind nicht mehr erforderlich.

Warum kleine Automatisierungen große Wirkung haben

In der Praxis sind es häufig nicht nur große Systemumstellungen, die Effizienz im Unternehmen verbessern. Besonders im operativen Tagesgeschäft entsteht der größte Effekt oft durch viele kleine Automatisierungen.

Im Lagerbetrieb summieren sich scheinbar unbedeutende Tätigkeiten schnell zu einem relevanten Zeitaufwand. Dazu gehören unter anderem:

manuelles Nachdrucken von Etiketten
Kontrolle von Artikelmengen
Neustart von Druckvorgängen
Korrektur von Kennzeichnungsfehlern

Wer solche Arbeitsschritte konsequent automatisiert, kann mehrere Vorteile gleichzeitig erreichen.

Der manuelle Arbeitsaufwand reduziert sich deutlich, da Mitarbeiter keine zusätzlichen Druckvorgänge auslösen müssen. Gleichzeitig sinkt die Fehlerquote, weil die Anzahl der Etiketten automatisch der tatsächlichen Bestellmenge entspricht.

Darüber hinaus beschleunigt sich der gesamte Kommissionierprozess im Lager. Aufträge können ohne Unterbrechungen bearbeitet werden.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Skalierbarkeit. Der automatisierte Prozess funktioniert bei zwanzig Bestellungen genauso zuverlässig wie bei mehreren tausend Aufträgen pro Tag.

Gerade wachsende E Commerce Unternehmen profitieren davon, wenn ihre Systeme solche Aufgaben selbstständig übernehmen.

Für welche Unternehmen diese Automatisierung besonders relevant ist

Die Lösung ist besonders interessant für Händler, deren Produkte mehrfach pro Bestellung etikettiert werden müssen.

Typische Einsatzszenarien sind Unternehmen mit eigenem Lager oder eigener Produktion. Auch Betriebe mit Serienetikettierung oder zusätzlichen Kennzeichnungen wie Chargen oder Qualitätslabels profitieren von dieser Automatisierung.

Besonders häufig findet sich dieser Bedarf in Branchen wie:

  • Textil und Bettwaren

  • Möbel und Einrichtung

  • Lebensmittel und Genussmittel

  • Händler mit Marktplatzlogistik

Überall dort, wo mehrere identische Artikel innerhalb eines Auftrags etikettiert werden müssen, spart dieser Prozess täglich Zeit und reduziert Fehlerquellen.

Technischer Hintergrund der Lösung

Technisch basiert die Automatisierung auf einer Kombination aus Funktionen innerhalb des JTL Ökosystems.

Kernbestandteile sind Workflows in der Warenwirtschaft, ergänzende Datenbanklogik sowie angepasste Druckvorlagen. Der Workflow erkennt automatisch die jeweilige Artikelposition im Auftrag und steuert anschließend den Druck der entsprechenden Anzahl an Etiketten.

Durch diese Logik wird der Druckprozess direkt an die tatsächliche Bestellstruktur gekoppelt.

Die technische Dokumentation dieser Lösung wurde von der T4DT GmbH im eigenen Supportportal veröffentlicht.

Digitalisierung beginnt bei operativen Prozessen

Bei der Arbeit in E Commerce Projekten zeigt sich immer wieder ein ähnliches Muster. Die größten Effizienzgewinne entstehen nicht ausschließlich durch neue Systeme oder große Plattformprojekte.

Oft liegt der entscheidende Hebel in der Optimierung operativer Detailprozesse.

Der automatische Etikettendruck ist ein gutes Beispiel dafür. Ein vergleichsweise kleiner Workflow kann im Tagesgeschäft spürbare Auswirkungen auf Geschwindigkeit, Fehlerquote und Arbeitsaufwand im Lager haben.

Gemeinsam mit Partnern wie der T4DT GmbH entstehen genau solche Lösungen. Sie setzen direkt an den praktischen Abläufen von Handel, Produktion und Logistik an.

Digitalisierung im Mittelstand bedeutet daher nicht nur, neue Systeme einzuführen. Sie bedeutet vor allem, bestehende Prozesse intelligenter zu gestalten und dort zu automatisieren, wo täglich Zeit und Ressourcen verloren gehen.

Stephan-A. Werner

E-Commerce als Treiber für digitale Transformation im Mittelstand

Ich unterstütze mittelständische Unternehmen dabei, digitale Geschäftsmodelle aufzubauen, E-Commerce-Strukturen zu entwickeln und operative Prozesse durch den sinnvollen Einsatz von Technologie zu automatisieren. Dabei geht es mir weniger um kurzfristige Trends, sondern um Lösungen, die sich dauerhaft in bestehende Unternehmensstrukturen integrieren lassen.

Als Geschäftsführer der WHP Digital Solutions GmbH begleite ich Unternehmen bei der Entwicklung moderner E-Commerce-Architekturen, der Optimierung digitaler Vertriebsprozesse sowie der Automatisierung von Abläufen in Handel, Produktion und Logistik. Mein Fokus liegt darauf, Digitalisierung nicht nur strategisch zu planen, sondern sie so umzusetzen, dass sie im täglichen Geschäftsbetrieb einen messbaren Mehrwert schafft.

Parallel dazu führe ich die HANSKRUCHEN GmbH, einen deutschen Hersteller hochwertiger Daunen- und Federprodukte. Die Verbindung aus industrieller Praxis, internationalem Handel, Logistik und digitalem Vertrieb prägt meinen Blick auf die digitale Transformation im Mittelstand. Digitalisierung entfaltet ihren Nutzen vor allem dann, wenn sie entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Unternehmens gedacht wird.

Ich bin Master of Science (M.Sc.) in E-Commerce & Online Marketing sowie Fachwirt im E-Commerce & Online Marketing. In meiner Masterarbeit habe ich mich mit der Digitalisierung im Mittelstand und der Rolle von E-Commerce als Treiber organisatorischer Veränderung in traditionellen Unternehmensstrukturen beschäftigt. Die Kombination aus wissenschaftlicher Perspektive und wirtschaftlicher Ausbildung ermöglicht mir einen breiteren Blick auf die Entwicklungen im digitalen Handel und deren Auswirkungen auf Unternehmen.

Darüber hinaus engagiere ich mich ehrenamtlich als Prüfer bei der IHK Nord Westfalen in Münster für die Ausbildungsberufe Kaufleute im E-Commerce sowie Fachwirte im E-Commerce und begleite damit aktiv die Weiterentwicklung digitaler Kompetenzen im deutschen Mittelstand.

Mit WHP Digital Solutions unterstütze ich Unternehmen dabei, ihre digitalen Vertriebskanäle auszubauen, Prozesse effizienter zu gestalten und nachhaltiges Wachstum im Onlinehandel zu erreichen.

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